Stutterheimsches Palais
- Statt des bereits 1707 vorgesehenen Rathauses hatte man hier zunächst
die Brot-, Fleisch- und Mehlbänke der Neustadt (==Metzgerhandwerk,
==Melber) erbaut.
- Nach deren Verlegung wurde ab 1728 das vornehmste der E
==Palais wohl nach Entwürfen des Architekten W. ==Perner und mit
großzügiger Förderung durch den Mgf. für Amtshauptmann C.H.v.
Stutterheim als südlicher Abschluss des Marktplatzes errichtet; der
Rohbau war 1730 vollendet.
- Zum S. gehörten außerdem Stallungen in der
Halbmondstr. 8.
- Die Hauptfassade des dreigeschossigen, auf drei Seiten
freistehenden Baus von 9 :
- 5 Achsen mit einer Grundfläche von ca. 31 x
16 m und einem durch Gauben gegliederten Mansarddach bestimmt ein
dreiachsiger Risalit, dessen Dreiecksgiebel das Allianzwappen des
Erbauers und seit 1860 eine Uhr ziert.
- Das mittige Korbbogenportal wird
von Säulen und einem verkröpften Segmentgiebel eingerahmt.
- Alle drei
Fassaden und der Risalit sind von ionischen, unverputzten Pilastern mit
Gebälkstücken auf Postamenten mit Bandrustika eingefasst.
- Die gerade
Verdachung der Fenster hebt das erste Stockwerk subtil als Hauptgeschoss
hervor. Insgesamt wird eine ausgewogene Komposition der Vertikalen und
Horizontalen erzielt.
- Hinter dem Risalit erstrecken sich im Erdgeschoss,
unter dem tiefe Kellergewölbe liegen, ein querovales Vestibül und im 1.
Stock ein großer Saal. Der hier, im seitlich gelagerten Treppenhaus und
in einigen weiteren Räumen erhaltene qualitätvolle Bandel- und
Gitterwerkstuck mit Vasen und Vögeln etc. in der Tradition des Jean
Bérain stammt wohl aus dem Umkreis des Andrea Domenico Cadenazzi (v.a.
im 2. Obergeschoss nach einem Brand 1921 z.T. erneuert).
- Im Jahr 1755
ging das S. in den Besitz des Hofrats J.G. ==Groß über.
- Nach dem
==Schlossbrand diente es 1814–17 als Wohnsitz der Markgrafenwitwe
==Sophie Caroline Marie, von 1836–1971 als Rathaus.
- 1885 wurde dieses
zur Hauptstraße durch einen fünfachsigen, später in der Fassade
angeglichenen Anbau sowie 1890 zur Einhornstraße durch ein
zweigeschossiges Gebäude von sechs Achsen erweitert;
- 1893 erhielt der
Sitzungssaal vier Glasgemälde von Friedrich Wanderer (1840–1910) mit
Motiven aus der E Geschichte (jetzt im Stadtmuseum).
- Heute sind im S.
die Städt. Galerie, die Stadtbücherei und Teile des Kulturamts, die
Brüxer und Komotauer Heimatstuben sowie Geschäftsstelle und Bücherei des
Heimat- und Geschichtsvereins untergebracht.