Marktplatz
- Die im Stadtplan von J.M. ==Richter symmetrisch zu beiden Seiten der Hauptstraße liegende quadratische grande Place (91 x 91 m), in deren Ecken es vier ==Brunnen gab, führte 1685 den Funktionsnamen Dt. Markt.
- Während sich die Ostseite mit dem Bau des Schlosses zum Ort höfischer Repräsentation wandelte und seit 1745/47 Parade- oder ==Schlossplatz hieß, diente die 1745 auch "an den grünen" und "Obst Marckt", 1778 Grüner-Obstmarkt, 1786 Obstmarkt sowie 1822 und 1866 Victualien-Markt genannte Westhälfte (ohne Hauptstraße: 39 x 91 m) weiterhin Marktzwecken.
- Die geplante Bebauung – dreigeschossige Gebäude an den Platzfronten, zweigeschossige in den durch kleine Straßen abgetrennten Ecken – ließ sich nur mit Abstrichen verwirklichen.
- Nachdem auf der Westseite weder das Manufakturhaus noch die Häuser vornehmer Bürger oder reicher Kaufleute errichtet wurden, entstand ab 1698 eine einheitliche Platzfront aus zweigeschossigen Bauten mit Zwerchhäusern, die seit dem 19. Jh. durch die Errichtung des ==Landratsamts und spätere Um- und Neubauten völlig verändert wurde; eine Gedenktafel an Marktplatz Nr. 4 erinnert an den Dichter A.v. ==Platen.
- Die Nordseite prägt eine erst um 1950 wiederhergestellte gedoppelte ==Richthaus-Fassade.
- An der Südseite wurde 1728 an Stelle der Fleischbänke das den Platz dominierende dreigeschossige ==Stutterheimsche Palais errichtet, das 1836–1971 als Rathaus diente.
- Mit dem 1889 eingeweihten ==Paulibrunnen als Mittelpunkt wurde der Markplatz das Zentrum der bürgerlichen Stadt – im Gegensatz zu dem durch ==Markgrafendenkmal und Schloss bestimmten gegenüberliegenden Bereich der FAU.
- Heute bildet der 1976 mit je drei Platanen an der Süd- und Nordseite bepflanzte, 1982/83 gepflasterte, auch an der Westseite mit vier Platanen bestückte und in die ==Fußgängerzone einbezogene Platz an Wochentagen mit Markt- und Blumenständen einen lebendigen Mittelpunkt der Stadt; das seit 1987 im August veranstaltete Marktpaktzfest entwickelte sich zum größten Innenstadtfest. Der trotz aller Veränderungen harmonische Gesamteindruck des Platzes erschließt sich besonders an marktfreien Tagen.
Schloßplatz
- Nach dem Bau des ==Schlosses wurde der östliche Teil (ohne Hauptstraße: 39 x 91 m) des im Stadtplan von J.M. ==Richter 1686 als grande Place eingetragenen Hauptplatzes der Neustadt E spätestens ab 1745 S. genannt und damit auch durch seine Funktion als cour d'honneur und Paradeplatz vom gegenüberliegenden ==Markplatz getrennt.
- Abgesehen vom dominierenden Schloss prägen den Platz auf den Hauptfronten dreigeschossige Gebäude – ==Hofküche und ==Rotes Haus auf der Südseite, das in dem ==Richthaus (Hauptstr. 30) im Jahr 1740 eingerichtete ehemalige ==Rathaus der Neustadt und das erst 1881 aufgestockte Nachbargebäude auf der Nordseite –, während in den durch kleine Sträßchen abgetrennten Ecken zweigeschossige Häuser stehen (Universitätsverwaltung, Café ==Mengin).
- Nachdem das auf dem Marktplatz aufgestellte Wachhäuschen der Leibgarde und der für straffällige Soldaten aufgestellte hölzerne Esel als Reminiszenzen des höfischen Lebens längst ebenso verschwunden sind wie die in den Platzecken gegrabenen 7 m tiefen Brunnen, markiert das 1843 in der Platzmitte zur Erinnerung an den Gründer der Univ. aufgestellte ==Markgrafendenkmal den Schloßplatz als Zentrum der FAU, in deren Besitz 1818 das Schloss und die anderen höfischen Gebäude übergegangen waren.
- Auch im 19. und 20. Jh. war er stets ein Hauptschauplatz politischer, sportlicher oder kultureller Veranstaltungen und Ereignisse. Heute dient der 1976 mit je drei Platanen an der Nord- und Südseite bepflanzte, ein Jahr später mit sog. Schinkelleuchten bestückte, dann 1985 gepflasterte und in die ==Fußgängerzone einbezogene Schloßplatz vorwiegend für die Abhaltung von Faschings- und ==Frühlingsfest, Lichtmess-, August- und ==Weihnachtsmarkt sowie Teilen des Wochenmarkts.
- Eine in den Platz eingelassene Tafel erinnert an die ==Bücherverbrennung von 1933, eine weitere an Haus Nr. 3 an den Universitätsmechaniker E.M. ==Reiniger.