Die Hugenottenkirche
- Mit der Grundsteinlegung der im Unterschied zu einer kath. Kirche in Frankreich "Temple" genannten franz.-ref. oder H. am 14.7.1686 begann gleichzeitig der Bau der Neustadt.
- Die Kosten in Höhe von 30.000 fl übernahm Mgf. ==Christian Ernst.
- Die Weihe fand am 26.2.1693 statt.
- Das von J.M. ==Richter entworfene Gebäude, das die gesamte Westseite des kleineren der beiden urspr. Plätze der Neustadt einnimmt, ist mit seinem rechteckigen Grundriss weitgehend in das Rastersystem der Stadtanlage eingeordnet.
- Nicht zuletzt die Fenster in den geraden Außenwänden – je ein mächtiges hochovales in der Mitte der West-, Süd- und Nordfassade, die übrigen hochrechteckig mit geohrten Rahmen, Fries, Gesims und kleinem Rundfenster darüber – unterschieden die zunächst turmlose Hugenottenkirche (zum Platz hin hatte sie nur einen Mittelrisalit mit spitzem Giebel) von einheimischen Sakralbauten.
- Das mächtige, einmal abgesetzte Walmdach überragte alle Häuser der Stadt.
- Ungewöhnlich war auch die Ausrichtung nach Westen;
- Eingänge gibt es von allen Seiten, der Haupteingang liegt nach Osten.
- Im Gegensatz zum Außenbau ist der sakrale Charakter des Gebäudes in dem schlichten, durch seine Proportionen eindrucksvollen Innenraum unverkennbar.
- In den querrechteckigen Saal wurde eine hölzerne Arkadenreihe auf zwölfeckigem Grundriss eingestellt.
- Die gewinkelten Eckpfeiler, in welche in halber Höhe die Emporen eingelegt sind, tragen das schlichte Muldengewölbe, dessen reichere Stuckierung aus Kostengründen unterblieb.
- Die für den Wortgottesdienst zentrale, reich verzierte Kanzel und der einfache Abendmahlstisch stehen frei vor dem großen, hochovalen, nicht von der Empore verstellten Westfenster.
- Architektonische Vorbilder für die H. dürften weniger franz. Hugenottenkirchen sein, als die 1660/61 vom Vater J.M. Richters im thüringischen Ruhla erbaute Konkordienkirche und die ref. Kirche in Hanau.
- Der nach Osten vortretende Fassadenturm mit seiner originellen Haube wurde 1732–36 errichtet (==Glocken).
- Heute ist die seit 1922 von der E ==ev.-ref. Gemeinde genutzte H. das älteste Gebäude der Neustadt und der wohl bedeutendste Sakralbau in E; ihre ==Orgel ist die älteste in E.
- An der Rückseite der H. schließen der seitlich von Mauern eingefasste Pfarrhof und die beiden Pfarrhäuser an.