Heuwaagstraße 9 (Goldenes Fässla)
Insgesamt 14 Gasthäuser, Schenken und Tavernen im 18. Jhdt. in der Heuwaag- und Goethestraße
(Bausteine 48/2000, S. 131 Goldenes Faß)
Erbaut 1704, 1713 erhält Johann Georg Teubner das Recht, ein Schild mit dem Zeichen zum „Goldenen Faß“ aufzuhängen; ab 1743 Wirtschafts-Konzession (Bierschankgerechtigkeit).
- Strumpfermeister Johann Nicolaus Hupfeld kauft das zweistöckige Haus von dem vorherigen Besitzer Georg Kroner.
- Unter J. N. Hupfeld ruht der Betrieb 1749, zwischen 1751 und 1775 scheint die Wirtschaft aber von ihm als Schankwirt betrieben worden zu sein.
- 1771 bereits kauft der Sohn Johann Adam Hupfeld das Haus von seinen Eltern und verkauft es 1777 an den Strumpffabrikanten Christoph Friedrich Nusser. Nach dessen Tod verkauft der Vormund der Nusser-Kinder, Johann Paul Scholl, das Haus1797 an Johann Georg Schreiner, der es im selben Jahr an den Bäckergesellen Johann Georg Kraft weiterverkauft (er wird auch 1799 noch als Besitzer geführt).
- Das Wirtshaus (Goldenes Faß in der Waaggaß) war zeitweise die Zunftherberge der Strumpf- und Barettstricker. Im 19. Jhdt. umbenannt in „Goldener Löwe“, später „Hexen Häusla“, der Name „Goldenes Fässla ist aber bis heute am Haus erhalten.
- Das Haus wurde 2009 renoviert. Heute ein schicker Friseurladen.
- Schon immer hatte Erlangen im Verhältnis zu seinen Einwohner eine hohe Kneipendichte.
- In Zeiten reger Bautätigkeit (Bau der Neustadt, Wiederaufbau der Altstadt nach dem Brand 1706 und nach 1708, als Erlangen Nebenresidenz und 6. Landeshauptstadt wurde), verlieh der Markgraf den Bauherrn viele Rechte und Konzessionen, um die private Bautätigkeit zu fördern.
- Dadurch gab es häufig mehr Wirte gab, als Erlangen ernähren konnte. Dies führte wiederum zu häufigem Besitzerwechsel. Besitzer übten meist noch andere Berufe aus (siehe Fässla: Strumpfermeister, Bäckergeselle...........)