Wohnhaus von Prof. Paul Albert Gordan (Mathematik)

Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Breslau, Berlin und Genf und dem Studium der Mathematik in Breslau, Königsberg und Berlin promovierte G. 1862 mit einer Arbeit über geodätische Linien auf dem Erdsphäroid. Im selben Jahr ging er nach Göttingen zu Bernhard Riemann und habilitierte sich 1863 bei Alfred Clebsch in Gießen, mit dem er 1865 ein Buch zur Riemannschen Theorie der Abelschen Funktionen schrieb. Dieser führte den 1865 zum ao. Prof. in Gießen ernannten G. 1867 in die Invariantentheorie ein, wo G. bald ein führender Experte insbesondere durch seine Rechenkunst wurde.
1874 wurde er ao., 1875 o. Prof. in E, 1910 emeritiert. Die Tradition der Clebsch-Schule (G., M. ==Noether in E, Alexander Brill und F. ==Klein in München) ging damit auf die Achse E-München über. G. machte täglich lange Spaziergänge und konnte umfangreiche Rechnungen im Kopf ausführen. Er war Mitglied von elf Akademien, zweimal Dekan der Phil. Fak. und veröffentlichte über 80 wiss. Arbeiten. Sein einziger Doktorand war E. ==Noether. An seinem Wohnhaus in E, Goethestr. 4, wurde zum 110. Geburtstag eine Gedenktafel angebracht und 1996 eine Straße im Röthelheimpark nach ihm benannt.