Französisch-reformiertes Spital
Nachdem Mgf. Christian Ernst den ==Hugenotten bereits 1687 Bauplatz
und -material für ein Spital sowie ein Kapital von 1000 Talern
versprochen hatte, schenkte er ihnen am 21.5.1690 ein künftig von
Steuern und sonstigen Lasten befreites Gebäude mit Hofrecht, Hinterhaus
und Garten zur Aufnahme von 10–12 armen oder kranken Personen. Die
Kosten für den Ausbau sollte die Gemeinde übernehmen. Den Pastoren der
==franz. Kolonie setzte er kleine Legate aus, damit sie die
Spitalinsassen besuchten. Noch 1690 wurden ein Hausmeister angestellt
und drei Älteste der franz.-ref. Gemeinde als Ökonomen und Oberaufseher
gewählt. Jeweils am dritten Tag des Weihnachts- und Pfingstfestes fanden
im benachbarten Haus Heuwaagstr. 20 Gottesdienste mit
Kommunion statt, die Kollekte ging an die Spitalleute. Im Hinterhaus des
F. nahm am 1.4.1691 die Spitalbäckerei ihren Betrieb auf. Nach der
Eröffnung des Krankenhauses 1823 (==Universitätskliniken) diente es
weiterhin als Stifts- und Pfründehaus für bedürftige Gemeindemitglieder.
Nach dem F. hieß die heutige ==Goethestraße bis 1899 Spitalstraße.
(==Armenhäuser)