Kattundruckerei
Auszug aus dem Erlanger Stadtlexikon
http://stadtlexikon.erlangen.de
- Die Technik, Baumwollstoffe nach
"ostindischer Manier" zu bedrucken, verbreitete sich in
Deutschland erst im 18. Jh.
- Die erste Erlanger Kattundruckerei
wurde von dem Schönfärbermeister Peter Hartner nach dem Vorbild
Hamburger Manufakturen errichtet.
- 1751 erlangte er für seine "Gewand-,
Cattun- und Seidendruckerei" gegen den Protest von Mitmeistern
ein mgfl. Privileg, das ihm und seinen drei Söhnen für 15 Jahre die
Monopolstellung im ==Bayreuther Unterland sicherte und 1770 noch
einmal verlängert wurde.
- Nach dem Tod ihres Vaters (1756) betrieben
die Gebrüder Hartner das Gewerbe in drei selbständigen Unternehmen
erfolgreich weiter. Sie arbeiteten v.a. im Lohnverfahren für
auswärtige Verleger, die sowohl Blaudrucke als auch mehrfarbige
"Zitze" in Auftrag gaben. Die bedeutendste der drei Kattundruckereien war
die von Johann Achatius Hartner, der das Stammhaus in der
Goethestr. 30 fortführte.
- Seine arbeitsteilige Manufaktur
beschäftigte 1792 insgesamt 276 Arbeitskräfte und war damals das
größte Erlanger Unternehmen.
- Die napoleonischen Kriege und die
Kontinentalsperre (1807–10) sowie die wachsende ausländische
Konkurrenz insbesondere durch England, wo sich bereits der
Walzendruck durchgesetzt hatte, führten zum Niedergang der drei
==Manufakturen.
- Wie alle anderen fränkischen Kattundruckereien waren auch die
Hartnerschen bis 1830 eingegangen. (==Bleiche, ==Stadtwaage,
==Tabakfabrik Caspari Erben)