Mit freundlicher Genehmigung der Erlanger Nachrichten
Landtagspolitiker informieren sich über die aktuelle Situation am Bahnhofsplatz

Mitglieder des Vereins »Bürger für die Goethestraße« trafen sich mit den
SPD-Landtagsabgeordneten Angelika Weikert (Mitte) und Harald Schneider
(2.v.l.), um mit Polizeidirektor Gerhard Kallert (r.) über die
Verkehrssituation am Bahnhofsplatz zu diskutieren.
Foto: Klaus-Dieter Schreiter
ERLANGEN - Im Rahmen der Regionalbesuche der SPD-Landtagsfraktion haben
sich die Sozialpolitikerin und Betreuungsabgeordnete für den hiesigen
Wahlkreis, Angelika Weikert, und der sicherheitspolitische Sprecher der
Landtagsfraktion, Harald Schneider, auch über die Verkehrssituation am
Bahnhofsplatz informiert. Sie wollen helfen, damit das dortige
Durchfahrtsverbot besser durchgesetzt werden kann.
Stehende
Busse brummen, Lkw knattern vorbei, und einige Auto-Fahrer wenden
schnell, als sie die Gesprächsrunde im Bushäuschen am Bahnhofsplatz
sehen. Denn es sind zwei weiße Polizeimützen darunter, und deshalb
könnte die Missachtung des Durchfahrtsverbots teuer werden. Denn
zumindest Pkw dürfen hier nicht durchfahren – einige versuchen es doch.
Irgendwann wird es aber auch der Polizei zu bunt, und die Beamten
stoppen die dreisten Autofahrer und schicken sie wieder zurück.
Da können sich die beiden Landtagsabgeordneten gleich einen Eindruck
darüber verschaffen, wie es in der Goethestraße zugeht, obwohl am
Bahnhofsplatz eigentlich ein Durchfahrtsverbot für Pkw besteht. Die
Mitglieder des Vereins Bürger für die Goethestraße müssen deshalb nicht
lange reden, um die Abgeordneten davon zu überzeugen, dass hier etwas
unternommen werden muss.
Zumal der Leiter der Polizeiinspektion
Erlangen-Stadt, Gerhard Kallert, klagt, dass die Überwachung des
Durchfahrtsverbots schwierig sei, weil die Polizei auf der schnurgeraden
Straße schon von weitem erkannt werde. Wenn man die gesamte
Goethestraße sperren würde, dann sei eine Überwachung einfacher, sagt
er. Das aber wollen die Geschäftsinhaber nicht, die auf die Autofahrer
angewiesen sind.
Keine Kameras
Kallert sagt
aber auch: »Wir werden wieder überwachen, wenn die Goethestraße wieder
offen ist«. Da eine Überwachung aber nicht rund um die Uhr möglich ist,
suchen die Anwohner seit langem nach einer besseren Lösung.
Eine Kameraüberwachung, wie vom Verein vorgeschlagen, sei aus
datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, weil man dann auch die
Daten von denen speichern würde, die eine Durchfahrtsberechtigung haben,
weiß der Polizeidirektor. Und er hat noch einen Vorschlag: »Reduziert
die Busse und schafft eine technische Sperreinrichtung«. Dann wäre das
Problem auch gelöst.
Die beiden Abgeordneten haben verstanden
und wollen nun beim Datenschutzbeauftragten im Landtag noch einmal die
Rechtslage bezüglich Kameraüberwachung klären lassen.
Klaus-Dieter Schreiter