Mit freundlicher Genehmigung der Erlanger Nachrichten
ERLANGEN-LAND - Der ÖPNV in den Landkreisen Erlangen-Höchstadt und Forchheim stellt sich neu auf: Eine Reihe von landkreisinternen und übergreifenden Buslinien wurde gemeinsam europaweit neu ausgeschrieben. Der schon bisher schon diese Linien befahrende „Omnibusverkehr Franken“ (OVF) der Firma „Frankenbus“ hat sich als günstigster Anbieter durchgesetzt. Am 12. Dezember soll zudem der neue Fahrplan des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) greifen: Manches wird anders — und viele Verbindungen sollen schneller werden.
Auch die Busse der Linie 205 von Erlangen nach Höchstadt sollen im neuen Konzept des VGN einen deutlich dichteren Takt bekommen.
Foto: Hans von Draminski
Auch die Busse der Linie 205 von Erlangen nach Höchstadt sollen im neuen Konzept des VGN einen deutlich dichteren Takt bekommen.
Der ÖPNV der benachbarten Landkreise wird mit diversen VGN-Busrelationen bedient: Die Linie 209 verkehrt von Erlangen über Neunkirchen zum Eschenauer Bahnhof. Mit der Linie 213 geht es von dort weiter nach Eckenhaid und Kirchröttenbach. Die 210 verbindet Erlangen mit Kalchreuth und Heroldsberg; Mit dem 211er Bus geht es von Neunkirchen bis Ermreuth, der 225er fährt von Neunkirchen nach Hetzles, Rosenbach und Weiher.
Aufgrund der zeitgleich mit dem neuen Fahrplankonzept eingeführten Schulzeitenstaffelung zwischen den Schulen in Neunkirchen und Spardorf werden laut VGN-Angaben „wesentlich zeitgerechtere Fahrten“ von den Neunkirchener Ortschaften zum Spardorfer Gymnasium möglich.
Sinn der Fahrplanumstellung ist die Verdichtung auf stark frequentierten Verbindungen und Beschleunigung: So fahren auf der Linie 206 von Zeckern (Gemeinde Hemhofen) über Heroldsbach und Hausen nach Forchheim-Burk die Busse künftig an Werktagen im 30-Minuten-Takt bis 0.30 Uhr, an Sonntagen immerhin jede Stunde. Neunkirchen soll besser als bisher mit Erlangen vernetzt werden. Auf der Linie 209 wird der 15-Minuten-Takt nach Erlangen an Werktagen endlich Realität. Zwischen Eschenau und Neunkirchen fährt der Bus künftig im Halbstunden-Rhythmus.
Auch die Linie 205, die den ehemaligen Zeckerner Bahnhof mit Höchstadt verbindet, wird ab dem 12. Dezember in deutlich dichterem Takt eingesetzt. Mit der Linie 216 kann man über Hausen nach Kersbach fahren und hat dort die direkte Umsteigemöglichkeit auf die neue S-Bahn nach Erlangen beziehungsweise Bamberg.
Deren Bau geht derzeit allerdings deutlich schleppender voran, als es den Planern lieb ist, was den Forchheimer Landrat Reinhardt Glauber zum neuen Busfahrplan in Forchheim zu deutlichen Unmutsäußerungen bewegte. „Ich glaube keinem mehr“, meinte Glauber im Hinblick auf die häufigen Bauverzögerungen der S-Bahn-Trasse. Derzeit sei nicht klar, ob die S-Bahn den vollständigen Takt im Jahr 2016 oder sogar erst 2026 erreicht.
Im neuen Fahrplan sind momentan maximal acht zusätzliche Fahrten der S-Bahn zwischen Nürnberg und Bamberg verzeichnet. Was immerhin einer Steigerung zum vorhandenen Angebot um 26 Prozent entspricht. Der sogenannte Einstiegsbetrieb ist allerdings weit vom in Hauptverkehrszeiten angepeilten Zugtakt von 20 Minuten entfernt.
Fürth vorläufig Endstation
Aufgrund der nicht nur witterungsbedingten Bauverzögerungen kommen die Züge ab dem 12. Dezember zunächst auch gar nicht aus Nürnberg: Fürth ist bis zum 17. Dezember Endstation, erst dann ist das provisorische „dritte Gleis“ befahrbar. Der Endausbau wird sich selbst in der optimistischsten Planungsvariante bis 2015 hinziehen. Zur Erinnerung: Die Frage, ob bei Fürth die Bestandstrasse benutzt oder der umstrittene „Verschwenk“ realisiert wird, ist immer noch nicht endgültig geklärt.
Auch das von der Deutschen Bahn eigentlich bereits zum Start des Einstiegsbetriebs versprochenen neue Rollmaterial — moderne Eilzugwagen, die der Höhe der neuen Bahnsteige entsprechen — steht noch auf dem Gelände des Berliner Herstellers, weil die roten Waggons aufgrund „gravierender Softwaremängel“ bis dato keine Schienenzulassung erhalten haben. Sie sollen erst im Laufe des nächsten Jahres ausgeliefert werden. Um den S-Bahn-Betrieb überhaupt zum Stichtag 12. Dezember beginnen zu können, habe der VGN Fahrzeuge aus ganz Deutschland „zusammensuchen müssen“, wie es VGN–Prokurist Andreas Mäder formuliert.
Besser sieht es bei den Autobussen für die optimierten Strecken aus: Zum Einsatz kommen nagelneue, durchwegs klimatisierte Niederflurbusse, die in leuchtendem Rot lackiert werden und die Wappen der beiden Landkreise tragen sollen. Dabei werden neun Standard- und zwei Gelenkbusse auf den genannten Verbindungen unterwegs sein.
Umfassende Detailinformationen zum streckenweise deutlich vereinfachten Tarif, Fahrzeiten und Anschlussverbindungen gibt es im Internet unter www.vgn.de, ein Flyer liegt in den Landratsämtern auf.