Eine Straße wie ein einziges Denkmal

15.08.2011

Verein verdeutlicht mit Haustafeln historische Dimension der Goethe- und Heuwaagstraße

Mit freundlicher Genehmigung der Erlanger Nachrichten

ERLANGEN  - Der Erlanger Verein „Bürger für die Goethestraße“, der sich erst mit dem teils heftig umstrittenen Ausbau der Innenstadt-Achse gebildet hatte, ist bei seinem Bemühen, die Stadtbewohner, aber auch die Besucher der Stadt an die historische Dimension der Goethe- und Heuwaagstraße heranführen, ein ganzes Stück vorangekommen.

Schmuckstück in der Goethestraße, das die lange Geschichte der Straße erahnen lässt.
Schmuckstück in der Goethestraße, das die lange Geschichte der Straße erahnen lässt.
Foto: Erich Malter

Der Zusammenschluss von Bewohnern und Freunden der Goethestraße und der Historischen Innenstadt Erlangens widmet sich – neben Verkehrs- und Umweltfragen – vor allem dem Erhalt und der Pflege der historischen Bausubstanz. Das hat gute Gründe, „ist doch jedes zweite Haus ausweislich der Bayrischen Denkmalbehörde historisch so wertvoll, dass es den Status eines Einzeldenkmals hat“, wie der Vereinsvorsitzende David Cushing stolz erläutert.

 

„Die Straße ist ein fast einmaliges Ensemble und ein Paradebeispiel für eine ,Rue principale’ der Plan- und Hugenottenstadt des 17. Jahrhunderts“, erzählt der Historiker und Stadtarchivar Andreas Jakob. Er hat unlängst ein reich bebildertes und klug geschriebenes Büchlein über die Goethe- und die angrenzende Heuwaagstraße veröffentlicht, in dem er die Entwicklung der Erlanger Planstadt aus dem Entwurf des thüringischen Baumeisters Johann Moritz Richter bis zur heutigen Stadtplanung nachskizziert und durchaus unbescheiden Erlangens alte „Neustadt“ (also den hugenottische Teil der Altstadt) in eine Reihe mit Städten wie Richilieu und Versailles in Frankreich stellt. Der Archivoberrat entdeckt in Erlangen „ein reiches geschichtliches Profil, wie es in der Vielfalt fränkischer Städte ohne Beispiel ist“ — eine Sichtweise, die sich nach langen Jahren der Reserviertheit heute auch die offizielle Selbstdarstellung der Stadt angeeignet hat.

Die lange Geschichte der Straße, ihre bauliche und gestalterische Entwicklung, schlägt sich nun auch in Bildtafeln nieder, die an den Hauseingängen angebracht wurden. Auch hier greift der Verein auf die Vorarbeiten der Erlanger Heimatforscher und des Stadtarchivs zurück.

Auf den Tafeln, die auch einen Spaziergang durch die Straße lohnend erscheinen lassen, kann man die Schicksale der Häuser und ihrer Bewohner ablesen – besser aber noch lässt sich dies durch eine Stadtführung erkunden.

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