Mit freundlicher Genehmigung der Erlanger Nachrichten
ERLANGEN
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Der Erlanger Verein
„Bürger für die Goethestraße“, der sich erst mit dem teils heftig
umstrittenen Ausbau der Innenstadt-Achse gebildet hatte, ist bei seinem
Bemühen, die Stadtbewohner, aber auch die Besucher der Stadt an die
historische Dimension der Goethe- und Heuwaagstraße heranführen, ein
ganzes Stück vorangekommen.
Schmuckstück in der Goethestraße, das die lange Geschichte der Straße erahnen lässt.
Foto: Erich Malter
Schmuckstück in der Goethestraße, das die lange Geschichte der Straße erahnen lässt.
Der Zusammenschluss von Bewohnern und Freunden der
Goethestraße und der Historischen Innenstadt Erlangens widmet sich –
neben Verkehrs- und Umweltfragen – vor allem dem Erhalt und der Pflege
der historischen Bausubstanz. Das hat gute Gründe, „ist doch jedes
zweite Haus ausweislich der Bayrischen Denkmalbehörde historisch so
wertvoll, dass es den Status eines Einzeldenkmals hat“, wie der
Vereinsvorsitzende David Cushing stolz erläutert.
„Die Straße ist ein fast einmaliges Ensemble und ein
Paradebeispiel für eine ,Rue principale’ der Plan- und Hugenottenstadt
des 17. Jahrhunderts“, erzählt der Historiker und Stadtarchivar Andreas
Jakob. Er hat unlängst ein reich bebildertes und klug geschriebenes
Büchlein über die Goethe- und die angrenzende Heuwaagstraße
veröffentlicht, in dem er die Entwicklung der Erlanger Planstadt aus dem
Entwurf des thüringischen Baumeisters Johann Moritz Richter bis zur
heutigen Stadtplanung nachskizziert und durchaus unbescheiden Erlangens
alte „Neustadt“ (also den hugenottische Teil der Altstadt) in eine Reihe
mit Städten wie Richilieu und Versailles in Frankreich stellt. Der
Archivoberrat entdeckt in Erlangen „ein reiches geschichtliches Profil,
wie es in der Vielfalt fränkischer Städte ohne Beispiel ist“ — eine
Sichtweise, die sich nach langen Jahren der Reserviertheit heute auch
die offizielle Selbstdarstellung der Stadt angeeignet hat.
Die
lange Geschichte der Straße, ihre bauliche und gestalterische
Entwicklung, schlägt sich nun auch in Bildtafeln nieder, die an den
Hauseingängen angebracht wurden. Auch hier greift der Verein auf die
Vorarbeiten der Erlanger Heimatforscher und des Stadtarchivs zurück.
Auf
den Tafeln, die auch einen Spaziergang durch die Straße lohnend
erscheinen lassen, kann man die Schicksale der Häuser und ihrer Bewohner
ablesen – besser aber noch lässt sich dies durch eine Stadtführung
erkunden.
