Die Stadtmauer

  • Da Kg. Wenzel in seinem Stadtrechtsprivileg 1398 die Einkünfte der Brot- und Fleischbänke (==Steuern und Abgaben) zum Bau einer Stadtbefestigung bestimmte, dürfte die Stadtmauer der Altstadt Erlangen erst danach errichtet worden sein.
  • Vier bis fünf Meter hohe, vielfach ausgebesserte und nachträglich durch Stützanmauerungen verstärkte Reste aus Buckelquadern mit Randschlag – vergleichbar der Marktbefestigung von ==Neunkirchen/Br. – haben sich im Bereich der ==Nördlichen Stadtmauerstraße erhalten.
  • Die Stadtmauer, deren Verlauf auch im Bereich von Schul- und Cedernstraße noch gut nachvollziehbar ist (==Stadtarchäologie), jedoch am Altstädter Kirchenplatz nicht völlig rekonstruiert werden kann, schloss weder die nördliche und südliche Vorstadt noch den ==Martinsbühl und die ==Veste ein.
  • Die im 2. ==Markgrafenkrieg von den Nürnbergern wenigstens z.T. abgetragene und im ==30-jährigen Krieg erneut beschädigte Mauer besaß neben
  • drei ==Stadttoren nur noch einen Turm an der nordöstlichen Ecke (==Katzenturm).
  • Ab 1710/24 fielen dem Wiederaufbau der vergrößerten ==Altstädter Kirche sowie der Stadterweiterung nach Osten der von einem Bach gespeiste ehemalige Stadtgraben und die entsprechenden Abschnitte der alten Stadtmauer zum Opfer.
  • 1769 wurde die Stadtmauer der Altstadt von der ==Pfarrstr. 13/15 nach Nr. 19 (Torwächterhaus) hinausverlegt.
  • Der Bau einer Stadtmauer aus glatten Sandsteinquadern um die Neu- und die noch offenen Bereiche der Altstadt anstelle eines Palisadenzauns zog sich von 1708 bis etwa 1780 hin.
  • Obwohl diese Mauer nur handels- und zollpolitische Bedeutung hatte, besaß sie einen offenen Wehrgang sowie Schießscharten und war urspr. insgesamt 4 1/2 m hoch; von den verschiedenen Toren und Mauerdurchlässen stand das ==Nürnberger Tor noch bis 1945.
  • Ende des 18. Jh. wird der Umfang der Stadtmauer beider Städte mit "3/4 Stunden, 6 1/2 Minuten" (ca. 3,5 km) angegeben.
  • Trotz zahlreicher Abbrüche bis in die 1970er Jahre sind heute noch z.T. überbaute Reste der barocken Stadtmauer erhalten, so zwischen der Wöhr- und Harfenstraße, am Ulmenweg und der ==Östlichen Stadtmauerstraße, an der Anlagen- und ==Südlichen Stadtmauerstraße sowie an der ==Westlichen Stadtmauerstraße entlang der Bahnanlagen und am ==Badhaus.
  • Die v.a. an der Innenseite der südlichen und westlichen Stadtmauer angebauten Kleinhäuser, Schuppen usw. wurden inzwischen vielfach beseitigt.